Unternehmensnachfolge bei KMU - eine Herausforderung

🗣️ In einer Landkreis-Umfrage im Raum Rosenheim wurde es kürzlich sehr deutlich benannt: Viele KMU haben niemanden, der übernehmen kann.
Das ist kein lokales Problem.

🏣 Laut KfW wollen bis 2029 jährlich rund 109.000 Inhaber*innen aus ihrem Unternehmen aussteigen. Gleichzeitig gibt es nur halb so viele, die bereit wären zu übernehmen.

⁉️Ich frage mich: Woran liegt das eigentlich?
Die naheliegende Erklärung ist demografisch – zu wenige Jüngere, zu viele Übergaben. Das stimmt. Aber ich glaube, es steckt noch etwas anderes dahinter.

Viele der Unternehmen, die übergeben werden sollen, funktionieren so, wie sie schon immer funktioniert haben. Entscheidungen laufen über eine Person. Verantwortung ist zentralisiert. Der Erfolg hängt am Einsatz der Inhaberin oder des Inhabers – oft verbunden mit einem Lebensrhythmus, der wenig Raum lässt.

Und genau das schreckt ab.
Nicht weil die jüngere Generation keine Verantwortung übernehmen will. Sondern weil dieses Modell von Führung und Arbeiten für viele schlicht nicht mehr attraktiv ist.

🌱 Ich erlebe in meiner Begleitung von Unternehmen Folgendes: Organisationen, die Verantwortung verteilen, Entscheidungen ins System verlagern und auf lebendige Beziehungen setzen, sind nicht nur resilienter. Sie sind auch für Übernehmende interessanter. Das Wissen hängt nicht an einer Person. Die Kultur trägt. Und die Arbeitslast verteilt sich.

🪷 Kollegiale Führung und regenerative Organisationsentwicklung werden manchmal als idealistisch betrachtet. Vielleicht sind sie aber auch einfach die pragmatischere Antwort auf ein sehr konkretes Problem.

Mich interessiert: Was beobachten Sie oder Ihr in Eurem Umfeld – warum scheuen Jüngere die Übernahme?